Geschafft!

Liebe Freunde, Freundinnen, Familie, Blogverfolger, Landratten,

wir haben es geschafft, heute 23.7. um 01:40 Uhr haben wir in Sistiana festgemacht. Wir sind sehr glücklich und unheimlich stolz auf Rosinante! Nach ca 11.000 Seemeilen kann sie sich jetzt einmal ausruhen, wir natürlich auch.

Werden das Schiff in Monfalcone säubern, auslüften und dichtmachen. Dann geht´s mit Papas Sharan ab in die Heimat.

Wir freuen uns ganz riesig auf euch alle, auf ein paar G´spritzte und Surschnitzln, und viel Schlaf!. Es gibt viel zu erzählen. Aber alles Step by step – auch wir müssen unser Abenteuer einmal verdauen.

Gruß und Kuss

Matz & Michael

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Sind in der Zielgeraden!

21.Juli: Position um 13:00 Uhr MEZ, N 43 26 E 14 42. Wir sollten, wenn alles glatt läuft in ca. 38 Stunden in unserem Heimathafen ankommen. Wind und Wellen sind sehr schwach aus unterschiedlichen Richtungen. Typisch Nordadria! Nach einem kurzen Stop in Fieste fahren wir jetzt unsere letzte Etappe, leider fast nur unter Motor. Dafür ist das Bier schön kalt!

Ausführlicher Bericht folgt!

Gruß und Kuss

Matz & Michael

Kulturschock

Malaga ist ja schön und nett, aber uns einfach zu viel. Buslinien, Media Markt, Kebab Stände, Mc Donalds, Stierkampfarena usw. nein danke. Als wir vom Schiff Richtung Innenstadt gingen, schauten uns in der Fußgängerzone die Leute irgendwie komisch an. Wir fühlten uns einfach absolut fehl am Platz und nicht wohl in dem ganzen Lärm und ständigen „Gewusel“.

Nach 3 Tagen Hitze und Festlandstress entschlossen wir uns, in den kleinen Ort San José zu fahren. Der Ostwind lässt uns immer noch warten und laut Wetterbericht ist keine Besserung in Sicht. Die Hitze macht uns sehr zu schaffen, aber da wir gerade aus der Karibik kommen, haben wir gelernt, wie man der Hitze entkommen kann.

Wir würden gerne weiterfahren, aber der Wind lässt uns warten. Wie schon so oft haben wir sehr nette Bootsnachbarn und gemeinsam verbringen wir die meiste Zeit im Schatten und warten. Zwischen Schnorcheln, Einkaufen, Spazieren, aufs Meer schauen gibt es nicht viel zu tun. Wir sitzen entspannt da und lassen die Zeit vergehen. Reden viel über vergangene Erlebnisse und die besten Orte, wo wir in den letzten 11 Monaten gewesen sind, schauen alte Fotos und Videos, freuen uns immer wieder, was für tolle Bekanntschaften wir machen durften. Wenn man langsam durchs Schiff geht, findet man immer mehr Dinge, welche vor der Reise noch nicht da waren, Bilder, Schmuck, Gewand oder tropische Lebensmittel. Unsere große Reise geht zu Ende und wir spüren es. Nicht nur dass wir im Mittelmeer sind und ständigen Handy-Empfang und Wlan haben, sondern auch…. – keine Ahnung ist schwer zu beschreiben. Wir waren so weit draußen in einer ungezähmten Wildnis aus Wasser, Wellen und Wind und man spürt einfach, dass das vorbei ist und weit hinter uns liegt. Wir fangen keine Fische mehr. Das Wasser hat eine andere Farbe, der Meeresboden schaut komplett anders aus, kaum noch bunte, kleine, verspielte Fische, überall schwimmt Plastik und sonstiges Treibgut jeglicher Art, Flugzeuge und Vögel sieht man ständig und sind nichts Besonderes mehr. Am Horizont sieht man pausenlos irgendwelche Schiffe: vom Tanker bis zum kleinsten Fischer. Auch das hat seine tolle Begeisterung verloren. Als wir noch draußen am Atlantik ein Schiff sahen, war das die Tagesattraktion. Dann wurde nur geschaut, gefunkt, aufgeschrieben, nachgedacht und und und. Heute sehen wir ein Licht am Horizont und sehen es mehr als „Störenfried“ oder einfache Gefahr, welcher man nicht zu nahe kommen will. Das ganze Fahrverhalten, das Navigieren, die Nachtwachen sind nicht mehr das Gleiche. Alles wird irgendwie mühsam und nervig.

Atlantik wir vermissen dich!!!

Fahren heute, 5.7. Richtung Sizilien – Wind kommt, wie schon so oft, aus Ost!!! :-(((((((

Gruß und Kuss an alle 🙂

Wieder am Festland

Habe mir gerade den letzten Bericht durchgelesen und bemerkt, dass ich ihn mit den Worten beendet habe: „Dann haben wir eh über 1000 Meilen zum Entspannen“. Haha der war gut.

Die Überfahrt von den Azoren aufs spanische Festland war alles andere als eine Entspannung. Im Gegenteil, es war die mit Abstand härteste Etappe, welche wir bis jetzt gesegelt sind. Insgesamt legten wir 1350 Meilen zurück und haben dafür 14 Tage gebracht. 80% der Zeit hatten wir Wind von Ost bis Nordost, nur an 2 oder 3 Tagen hat er auf Nord gedreht. Die Rosinante ist kein Fan von Am-Wind-Kursen und wir schon gar nicht. Ca. 11 Tage der Reise verbrachten wir mit über 25% Krängung. Mussten fast jeden Tag Segelstellung und Kurs ändern. Hatten von 2 bis 7 Windstärken alles dabei und je stärker er wurde, desto östlicher kam er. Sowie er auf nette 2 bis 4 Windstärken abflaute drehte er auf nördliche Richtungen. Also im Großen und Ganzen genauso wie man es nicht haben will.

Ca. 300 Meilen vor Gibraltar schlief der Wind komplett ein und wir starteten die Maschine. Zu unserem Glück begann dann unser Autopilot, welcher ein ausfahrbarer Zylinder ist, der an der Pinne angreift und nach elektronischem Kompass fährt, komplett zu spinnen. Sowie die Welle nur ein bisschen größer war und von der Seite kam, fuhren wir Schlangenlinien durchs Wasser. Irgendwann war es so extrem, dass wir VON HAND STEUERN MUSSTEN. Mathias war ganz geschickt und konnte die Pinne mit Leinen festzurren, aber auch so musste man alle 10 Minuten ins Cockpit, um den Kurs neu einzustellen. Super wenn die Nächte kalt und feucht sind.

Wir erreichten Gibraltar und hatten natürlich noch immer Ostwind und zwar bis zu 35 Knoten in der Engstelle. Da durchzukreuzen brauchten wir nicht einmal probieren, weil Strömung und Schiffsverkehr und vor allem körperlicher/geistiger Zustand uns eine Strich durch die Rechnung machte. Also suchten wir uns irgendeinen kleinen Hafen auf der Südwestküste Spaniens und warteten auf Westwind. Am nächsten Tag war er da. Tagwache um 0800 und rein ins Mittelmeer.

Dank Wind und Strömung segelten wir mit konstanten 7,5 Knoten über Grund Richtung Osten. Die Durchfahrt selber war bissi stressig, aber wir wussten ja schon, was da auf uns zukam. Wir hielten uns an der nördlichen Küste so gut es ging und alles in allem verlief alles ganz gut.

Bis auf eins: Plötzlich hörten wir über Funk einen „Pan Pan“ Ruf (Vorstufe von Mayday). Ein Containerschiff, welches in die große Bucht von Gibraltar fahren wollte, hatte einen plötzlichen Motorschaden und driftete komplett unkontrolliert einfach so herum. Dieses Stahlmonster hat ungefähr die Größe vom Burgenland und stellte sich neben uns quer. Wir halsten und konnten ohne Gefahr vorbeisegeln. Wir konnten es noch lange sehen, wie es einfach quer zum Wind durch DIE Einfahrt ins Mittelmeer trieb.

Eine Nachtfahrt später haben wir es nach Malaga geschafft, wo wir gerade eben gemütlich in einer Marina liegen und uns nach guten 2 Wochen ENDLICH ausschlafen können. Ich war schon duschen und einklarieren, Matz schläft noch immer. Aja, seitdem wir im Mittelmeer sind und die Welle nicht größer als 1m ist, funktioniert unser defekter Autopilot wieder, war sicher nur ein Streich vom Klabautermann.

Bis Sonntag ist Ostwind angesagt und bis dahin werden wir CHILLEN! Freuen uns schon auf den ersten Landgang und die gute spanische Küche! 🙂

Das Mittelmeer hat uns wieder!

Haben gestern (22.6.) die Straße von Gibraltar erreicht und sind jetzt in Malaga. Müssen uns von der Überfahrt ein wenig erholen.

Der Weg von den Azoren hierher war ziemlich mühsam, Wind meistens aus der falschen Ecke. Mussten streckenweise motoren.

Ausführlicher Bericht  und Fotos folgen.

Gruß und Kuss 🙂

Michael & Mathias